Wenn Nahrung Medizin sein soll, warum macht Deine Diät Dich krank?

Wenn Nahrung Medizin sein soll, warum macht Deine Diät Dich krank?

Our food should be medicine, and medicine should be our food (Hippokrates). Schon im antiken Griechenland war klar: Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Die „Doctrine of Signatures“  aus der Antike (deren Nutzen mittlerweile wissenschaftlich widerlegt worden ist) behauptete sogar, dass unsere Nahrung Organe heilen könne, denen sie ähnlich sieht. Das heißt, wenn wir etwa Walnüsse zu uns nehmen, die optisch dem menschlichen Gehirn gleichen, ist die Walnuss automatisch gut für unser Hirn. So einfach ist es leider nicht… aber dieser Methode darf zugutegehalten werden, dass hier nur gesunde Lebensmittel auf dem Plan stehen.

Denn jetzt, im 21. Jahrhundert, wo das Problem der Fettleibigkeit in jedem Land angekommen ist, richtet sich unser Fokus mehr denn je auf die gesunde Ernährung.

Das Problem: Wir sind übersättigt. Die Auswahl erschlägt einen fast. Unsere Beziehung zur Nahrung hat sich dadurch verändert. Die meisten von uns essen wohl gern, aber gleichzeitig plagt das schlechte Gewissen, wenn es zu viel oder „das Falsche“ war. Nicht umsonst erleben statistisch auch die Essstörungen einen Aufschwung; Grund ist unsere Hassliebe zum Essen.

Viele versuchen daher, ihre Ernährung nachhaltig umzustellen. Die meisten versuchen es allein, andere mit professioneller Hilfe – und 70% von ihnen scheitern trotzdem. Woran liegt das?

Ein Beispiel: Lise Müller möchte 20kg abnehmen und hat sich bisher vorrangig von Chinese Take Out, Fertigpizza und Spaghetti mit fertiger Sauce ernährt. Dazu gibt es nachmittags Kekse, abends ein paar Chips oder gesalzene Erdnüsse, und dazu trinkt sie Cola oder einen O-Saft. Lise kauft sich eine Zeitschrift, die das Thema Ernährung behandelt und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: „Hier steht… kein Fertigessen! Kein raffinierter Zucker! Keine Transfettsäuren!“ Also geht Lise wild entschlossen in die Küche und dreht jede Packung um. Aha. Der O-Saft hat genauso viel Zucker wie die Cola, ähnlich verhält es sich mit der Fertigsauce, und vom Take Out-Food wollen wir gar nicht erst reden. Viel zu Fett, zu wenig Vitamine. Lise schmeißt alles auf den Müll und geht einkaufen. Dabei stellt sie sehr schnell fest, dass es fast keine Produkte auf dem Markt gibt, die ohne Zuckerzusatz auskommen. Entnervt geht sie nach einer Stunde Supermarkt daher mit einem Päckchen Erdbeeren, einem Steak, Äpfeln und etwas Salat nach Hause. Snacks? Fehlanzeige. Zu trinken? Wasser, und zwar pur, ohne Kohlensäure, ist besser für die Verdauung.
Nach 7 Tagen bekommt Lise Kopfschmerzen. Sie fühlt sich müde, gereizt und kann an der Arbeit kaum noch Leistung erbringen. Ihre Kolleginnen gehen abends noch was trinken, Cocktails mit Schirmchen, und essen dazu Lasagne. Oder Burger. Lise geht mit – und bestellt einen kleinen Salat und ein Wasser. Völlig frustriert stellt sie sich nach einer Woche auf die Waage und sieht: – 1kg. „1 Kilo für die ganze Arbeit, die ich mir gemacht habe?!“ Und Lise schmeißt (mal wieder) alles hin. So ein Hundeleben… da hab ich doch lieber 20kg mehr auf den Rippen.

Ist Ihnen das auch schon passiert?

Falls ja, haben wir hier einige hilfreiche Tipps für eine Ernährungsumstellung, die wirklich gelingt (und wir unterstützen Sie als zertifizierte Ernährungsberater auf Wunsch natürlich auch im Studio dabei):

  • Stellen Sie Ihre Ernährung LANGSAM um!
    Es hilft niemandem, wenn Sie von heute auf morgen das ganze Leben umkrempeln. Erstens ist das nicht praktikabel, zweitens macht es einen schnell zum sozialen Außenseiter, drittens führt es zu Frustration.
  • Schreiben Sie auf, welche gesunden Lebensmittel Sie gern mögen! Zum Beispiel geröstete Haselnüsse, einen frischen Obstsalat, Avocado, Hühnchen, Linsen, … und überlegen Sie sich 3 gesunde Rezepte dazu. Wie wäre es z.B. mit einem Obstsalat mit etwas Honig und Haselnüssen zum Frühstück? Einem Steak mit etwas Salat zu Mittag? Dattelbällchen mit Kakao zum Naschen, oder selbstgemachte Kartoffelchips aus dem Ofen?
    Halten Sie sich zunächst an simple Rezepte, die leicht umzusetzen sind und die Sie nicht abschrecken. Wenn Sie Rosenkohl hassen, warum ihn in die Ernährungsumstellung aufnehmen? Nur, weil irgendein Schlaukopf mal geschrieben hat, dass Rosenkohl viel Vitamin C enthält? Na und, dann gibt es eben rote Paprika!
  • Gewöhnen Sie sich allmählich an die Umstellung und nehmen Sie nach und nach neue Lebensmittel hinzu. Gehen Sie in einen Bioladen oder die Bio-Ecke Ihres Supermarkts und stöbern Sie. In unserem Blog finden Sie auch viele gesunde Rezepte – für noch mehr Input folgen Sie uns einfach bei instagram und Facebook.
  • Lernen Sie Ihre Nahrung kennen! Lesen Sie, was auf der Packung steht und fragen Sie sich: „Ist das gut für mich?“ Oder noch besser: Kaufen Sie einfach das, wo gar nichts draufsteht. 100% Weintrauben, keine Erklärung nötig. 😉
  • Seien Sie realistisch und geben Sie sich Zeit.
    Veränderungen passieren nicht über Nacht. Sie werden nicht das letzte Mal mit der Tüte Chips oder einem halben Liter Eis vor dem Fernseher sitzen. Aber das ist auch überhaupt kein Problem! In Fitnesskreisen spricht man von der „80-20-Regel“: Wer sich zu 80% gesund ernährt, darf 20% Blödsinn in sich reinstopfen. Das ist nicht verpflichtend, aber entspannt die ganze Sache doch immens.
  • Nehmen Sie Ihren Körper wahr und trinken Sie 2 Liter Wasser.
    Eine Umstellung geht nicht selten mit einer Entgiftung einher. Lise hat nach 7 Tagen Kopfschmerzen, weil der Zuckerentzug und die plötzliche gesunde Ernährung, an die der Körper nicht gewöhnt ist, die Leber auf Hochtouren schuften lassen. Stimmungsschwankungen sind hier normal, ebenso wie eine kurzzeitige (!) Änderung des Körpergeruchs, Abgeschlagenheit, vielleicht gar ein leichtes Krankheitsgefühl. Wer mit dem Rauchen aufgehört hat, kennt das Prozedere. Aber wie mit Nikotinpflastern kann man mit einer langsamen Umstellung der eigenen Gewohnheiten diese Nebeneffekte weitestgehend vermeiden. Je mehr der Körper auf die Umstellung reagiert, desto nötiger hat er diese übrigens. Unterstützen können Sie den Entgiftungsprozess, indem Sie 2 Liter Wasser am Tag trinken (Sportler entsprechend mehr). Natürlich darf das mit Kohlensäure sein, vielleicht mit etwas Minze und Zitrone? Einen großen Unterschied in unserer Wahrnehmung macht es auch schon, wenn Sie einfach 3 Eiswürfel in Ihr Wasserglas geben.
  • Kleben Sie einen Zettel auf die Waage!
    Wussten Sie, dass die gesündesten Völker der Erde nicht an das eigene Gewicht denken, weil es schlicht überhaupt nicht wichtig ist? GESUNDHEIT ist das, was im Anzeigefenster Ihrer Waage stehen sollte. Der Rest passiert ganz von selbst.
  • Fordern Sie ihren Geschmack heraus!
    Probieren Sie z.B. ein ganz neues Gewürz aus, essen Sie den Obstsalat mit einer Prise Zimt und Kardamom. Und – wenn Sie weißen und braunen Zucker reduzieren, schmeckt der Apfel irgendwann so richtig süß und Sie brauchen die Packung Kekse gar nicht mehr. Versprochen.